Wohnung mieten oder kaufen – was lohnt sich mehr

Weiter zur Miete wohnen oder den Schritt in die eigene Wohnung wagen – hier versuchen wir dir bei dieser Entscheidung zu helfen.

Die eigenen vier Wände – diesen Traum haben die meisten Deutschen. Sei es nun das eigene Haus oder die Eigentumswohnung.
Die Ersparnis der Miete steht im Vordergrund, dazu kann eine wichtige Maßnahme zur Altersvorsorge sein und letztlich wünscht man sich mehr Freiräume mit der eigenen Immobilie.

Wohnungen mieten vs kaufen

 

Vorteile und Nachteile im Überblick

Bevor wir uns einige mögliche Szenarien anschauen, wann welche Partei mehr Vorteile bekommt, haben wir für euch zuerst einige Vor- und Nachteile aufgelistet.

Vorteile einer Mietwohnung

  • Instandhaltung und grundlegende Reparaturen

Eine Wohnung zu mieten bedeutet, dass man frei von den Verantwortungsbereichen eines Eigentümers ist. Dies bezieht sich beispielsweise auf die Instandhaltung oder Erneuerungen. Dies gibt für Instandhaltungen und Reparaturen, deren Schaden nicht der Mieter zu verantworten hat. Der Mieter kommt zumeist nur für die Wartungskosten auf.

  • Weniger Aufwendungen

Sollte der Vermieter die Kosten der Reparaturen übernehmen, wird er auch den jeweiligen Handwerker oder Installateur aussuchen und beauftragen. Auch hier hat man in der Regel keine Anstrengungen, die richtige Person für die jeweilige Arbeit zu finden.
Sollte ein Rohr undicht sein oder der Rauchmelder ausgetauscht werden müssen, dann kontaktiert man einfach die zuständige Person bzw. die Gebäudeverwaltung.

  • Flexibilität

Das Mietverhältnis einer Wohnung ist im Grunde keine langfristige Entscheidung. Solltet ihr euch entscheiden, den Stadtteil zu wechseln oder gleich in eine neue Stadt zu ziehen, dann kann man eine Mietwohnung einfach zur gegebenen Frist kündigen. Als Vorteil einer möblierten Wohnung für Mieter kann man zusätzlich den geringen Umzugsaufwand in Betracht ziehen.

  • geringeres finanzielles Risiko

Zur Miete wohnen benötigt keine finanziellen Ansparungen, es wird lediglich ein regelmäßiges Einkommen benötigt. Es muss kein Ersparnis in die Hand genommen werden oder gar ein Kredit aufgenommen werden , wie es bei einer eigenen Immobilie der Fall wäre.

  • Ersparnisse können anderweitig investiert werden

Angespartes kann in andere Wertanlagen investiert werden. Je nach Wirtschaftslage können es Aktien, Festgeld, Immobilien oder Edelmetalle sein.

Wer möchte, kann sein Geld natürlich auch in Immobilien investieren. Eine Wohnung kann erworben werden und weitervermietet werden. So hat man monatliche Einnahmen und profitiert von einem Wertzuwachs.

Gerade bei Zeiten höher Zinsen kann die Geldanlage zu attraktiven Konditionen angelegt werden.

 

Nachteile einer Mietwohnung

  • Mögliche Mieterhöhungen

Der Vermieter entscheidet, ob er die Miete nach oben korrigieren möchte. Dies kann aufgrund von Modernisierungsarbeiten geschehen, eine Anpassung an den allgemeinen Mietspiegel oder einfach, um mehr Gewinn zu erzielen.
Wenn sich  neue Geschäfte oder Kultureinrichtungen in der Gegend niederlassen, erhöht das zwar dei Lebensqualität, aber eben auch die Miete.

  • begrenztes Mietlaufzeit

In Mietverträgen behält sich der Vermieter manchmal vor, die Wohnung nach einem gewissen Zeitraum selbst beanspruchen zu können.
Gemeinnützige Bauvereine geben teilweise Dauernutzungsverträge, aber auch hier ist man nicht einhundertprozentig sicher.
Für Menschen, die mehr Stabilität brauchen, etwas für ihre Familie, sollte vielleicht eine Eigentumswohnung oder ein Haus in Frage kommen.

  • keine Investment

Monatliche Mietzahlungen sind letztlich Ausgaben, die nicht in eine langfristige Investition oder Geldanlage fließen.
Wer eine Immobilie kauft, geht zwar ein finanzielles Risiko ein, dafür profitiert man langfrist wahrscheinlich von einem Wertzuwachs, ohne höhere Mietausgaben zu haben.

  • Restriktionen

Für einige Wohnungen sind gewissen Renovierungsarbeiten oder dekorative Anpassungen nur nach Zustimmung erlaubt, teilweise sind sie ganz untersagt.
Ebenfalls ist das Rauchen in den Räumen verboten und das Halten von Haustieren wird manchmal auch nicht gerne gesehen.

 

Vorteile einer Eigentumswohnung

  • Möglicher Wertzuwachs

Eine Wohnung kann ein klassischer Anlagewert sein, der zudem eine interessante Verzinsung mit sich bringt. Gerade dieser Punkt ist der wichtigsten, wenn man sich für eine eigene Wohnung entscheidet. Wer sein Geld klug anlegt und hochwertige Immobilie in deiner sehr guten Lage kaufen, der wird sicherlich einen Wertzuwachs für seine Wohnung erleben.
Gerade in Großstädten im Zentrum wird es immer eine Nachfrage nach Wohnraum geben, ob als Mietwohnung oder als Kaufobjekt.

  • Keine Angst vor Kündigung des Mietverhältnisses / mehr Stabilität

Der Vorteil einer eigenen Wohnung ist, das man keinen befristeten Mietvertrag hat. Man kann in seinen eigenen vier Wänden verbleiben, ohne eine Kündigung des Mietverhältnisses fürchten zu müssen.

  • Keine Sorgen um Mieterhöhungen

Mieterhöhungen kommen beispielsweise durch Modernisierungsmaßnahmen zustanden oder einer verbesserten Lage in der Nachbarschaft. Neue Einkaufmöglichkeiten, Schulen oder Kultureinrichtungen sind ein anderer möglicher Grund für Mieterhöhungen. Davon ist man als Eigentümer nicht wirklich betroffen, man profitiert vielmehr vom Wertzuwachs seiner Immobilie, da die Lage besser geworden ist.
Wie im Punkt “ Wertzuwachs“ kommt dieses Beispiel für die Mieterhöhung Hand in Hand, man schlägt also mit dem Wohnungskauf zwei Fliegen mit einer Klatsche.

  • Entscheidungsfreiheit bei Umbauten und Modernisierung

Anders als ein Mieter, kannst du mit deiner eigenen Wohnung machen was du willst. Zwar solltest du gewissen Regeln befolgen und auch keine Rutsche aus deinem Fenster bauen, um den Gang durchs Treppenhaus zu umgehen, aber ansonsten kannst du deine eigenen vier Wände einrichten , wie du möchtest. Zwei kleine Wohnungen können zu einem großen Raum umgebaut werden. Eine große Familie kann beispielsweise zwei nebeneinander stehenden Wohnungen zusammenführen.

  • Solide Geldanlage bei Weitervermietung

Möchtest du doch in eine andere Stadt ziehen, deine erworbene Wohnung aber nicht verkaufen wollen, so kannst du sie vermieten. Solltest du nur für einige Monate verziehen, um dann zurück in deine eigenen vier Wände zurückzukehren, dann kannst du auch versuchen, die Wohnung komplett möbliert zu vermieten. Mehr dazu bei den Vorteilen einer möblierten Wohnung für Vermieter.
Wer sich steuerlich etwas schlau, kann sogar den Kaufpreis bei Vermietung gestaffelt von den Steuern absetzen.

  • Bewährte Altersvorsorge

Wer an die Zukunft denkt, hat meistens einen unbesorgten Ruhestand im Kopf. Da ist die eigene Immobilie genau richtig. Die gesparte Miete macht einen großen Teil der durchschnittlich ausgezahlten Rente in Deutschland aus. So bleibt mehr für andere Ausgaben und entspannte Urlaube übrig.

  • ideal für langfristige Niederlassungen

Wer genau weiß, dass er für lange Zeit in einer Stadt bleiben will, weil er den perfekten Arbeitgeber hat und die Kinder hier zur Schule gehen, für den ist der Kauf einer Wohnung interessant.

 

Nachteile einer Eigentumswohnung

  • finanzielles Risiko

Für eine eigene Wohnung muss viel Geld in die Hand genommen werden. Wer nicht zu lange warten möchte, nimmt hierfür einen Kredit auf. Risiken können der Wegfall des Arbeitsplatzes sein oder eine Zinssteigerung bei der Anschlussfinanzierung nach Ende der ersten Laufzeit.

  • regelmäßige sowie außerplanmäßige Kosten

Nicht nur Sportschuhe oder ein Auto sind Abnutzungsgegenstände, auch eine Immobilie nutzt sich ab. Angefangen bei der Heizung, verkalkten Wasseranschlüssen oder dem Verkratzen Parkett. Dazu kommen unerwartete Kosten, wie ein Wasserschaden oder anderen Reparaturen. Teilweise, wie beim Wasserschaden, kommt hierfür die Versicherung  auf, andere Kosten müssen aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Bei der Selbstnutzung der Eigentumswohnung kann man auch nur einen kleinen Teil der Handwerkerkosten von den Steuern absetzen.

  • langfristige Bindung

Eine Eigentumswohnung ist nicht nur finanziell eine langfristige Entscheidung, sondern auch vom eigenen Standort. Möchtest du in eine andere Stadt ziehen, musst du die Wohnung entweder leer stehen lassen,  vermieten oder gar verkaufen. Zur Miete wohnen bringt nicht diese Abhängigkeit mit sich

  • Höheres Entscheidungsrisiko

Eine Wohnung zu mieten ist eine wesentlich geringfügigere Entscheidung, als der Kauf einer Eigentumswohnung. Daher kann es zu Misskalkulationen, einem ungünstigen Kauf oder eine veränderten Lebenssituation.

Szenarien | Kauf vs Miete einer Wohnung

Wichtig für den Vergleich: Beide legen ihr Erspartes an. Einige Vergleiche lassen diesen Punkt weg, gehen gleichzeitig von einem Wertzuwachs der Immobilie aus und der Mieter scheint nichts mit seinem Eigenkapital anzustellen.
Als Mieter könnte man als Altersvorsorge eine Wohnung kaufen und diese vermieten. Selbst lebt man weiter zur Miete und bleibt bei seiner Wohnsituation flexibel.
Die Szenarien bauen aufeinander auf. Zu guter Letzt gehen wir in Szenario V dann davon aus, dass der Mieter sich ebenfalls eine Wohnung kauft, diese dann aber weitervermietet.

In diesem Vergleich kennen sich die Personen gut im Finanzbereich aus und legen ihr Geld rational und gewinnbringend an.

Allgemeine Ausgangssituation

Irgendwann soll die Wohnung auch endlich abbezahlt werden, also nehmen wir eine Tilgungsrate von 3,5 %. Macht eine monatliche Rate von 1.249€.

Was wir aus der Rechnung lassen, ist beispielsweise der Stellplatz bzw. die Garage.

Steuerliche Vorteile machen die Rechnung an dieser Stelle nur unnötig kompliziert, daher  wird hier von einem fixen Nettoeinkommen ausgegangen.
Nach 10 Jahren bekommen beide eine Gehaltserhöhung auf 35.000 Euro Netto im Jahr.

Finanzielle Ausgangssituation

Für beide Parteien nehmen wir die gleiche finanzielle Lage. Beide haben ein Eigenkapital von 50.000 Euro erspart und kommen auf ein Nettoeinkommen von 30.000 Euro.
Zu den Lebenshaltungskosten rechnen wird für beide je 800 Euro. Hierzu zählen die Aufgaben für Lebensmittel, Versicherungen, Kleidung, Freizeit und Urlaub.

Aufwendungen für den Käufer/Wohnungseigentümer

Als „Kaufnebenkosten“ sind die Maklerprovision, die Notarkosten, die Grunderwerbssteuer sowie der Grundbucheintrag in Betracht zu ziehen
Die folgende Tabelle geht für dieses Beispiel darauf ein.

Kaufnebenkostentabelle

Maklerprovision 3,5 %
 + Grunderwerbssteuer 6,5 %
 + Grundbucheintrag 0,5 %
 + Notarkosten 1,5 %
 = Gesamtnebenkosten 12 %

Maklerkosten können je nach Wohnung und Bundesland unterschiedlich ausfallen. In Nordrhein-Westfalen geht man von einer Provision in Höhe von 3,5 % aus.
Zusammengenommen liegt man beim Kaufpreis  + 12% Nebenkosten für die Wohnung.

Finanzierungsaufwand für den Eigentümer

Wohnungskaufpreis 300.000
 + Gesamtnebenkosten (siehe oben) 12% 36.000
 = Gesamtaufwand 336.000
 – Eigenkapital 50.000
 = Benötigtes Darlehen 286.000

 

Für alle Szenarien starten wir mit diesen Werten:

Mit dem Zinsniveau gehen wir vom aktuellen Niedrigzinsniveau aus, also von einem Sollzins in Höhe von 2%.
Irgendwann soll die Wohnung auch endlich abbezahlt werden, also nehmen wir eine Tilgungsrate von 3,5 %.

 

Szenario I – Mietsteigerung, Wertsteigerung der Immobilie und Einkommenssteigerung

Für das erste Szenario gehen wir von Kontakten Werten ohne Veränderungen zeitens der Kreditzinsen,  Inflation, Anlagezins, Miete oder Wertzuwachs aus.

Kreditzins/Sollzins  2 %
Tilgungszinsen  3,5 %
Inflation  + 2 %
Anlagezins  + 3 %
durchschnittliche Mietsteigerung im Jahr  + 1 %
durchschnittliche Gehaltssteigerung im Jahr  + 1 %
Wertzuwachs im Jahr  + 1 %

1. Jahr

Käufer/Eigentümer Mieter
Eigenkapital 0 50.000
Immobilienwert 300.000 0
Einkommen (netto) 30.000 30.000
Darlehen 286.000 0
Mietausgaben 0 – 12.000
Hausgeld (2,5€/qm im Jahr) – 250 0
Instandhaltung (1,5€/qm im Monat)  – 1800 0
Kreditzinsen – 5720 0
Tilgungszinsen – 10010 0
Lebensunterhaltskosten – 9600 – 9600
Einkommen abzgl. aller Kosten 2620 8400
Einnahmen aus Anlageverzinsung (abzg. Inflation und Steuern) 0

Der Käufer zahlt durch seine Eigentumswohnung keine Miete mehr, dafür kommen andere Kosten auf ihn zu. Hierzu zählen neben der Tilgungs- und Zinsrate für den Kredit, noch das Hausgeld sowie der Beitrag für Instandhaltungskosten, die er an die Hausverwaltung zahlen muss.

Änderungen in 10. Jahren

Nach 10 Jahren bekommen beide eine Gehaltserhöhung auf 33.500 Euro Netto. Die Miete wird um 10% erhöht. Alle anderen Werte inklusive Lebensunterhaltskosten bleiben unverändert.
Ab hier zählen folgende Werte:

Käufer/Eigentümer Mieter
Einkommen (netto) 33.500 33.500
Mietausgaben 0 13.200
Einkommen abzgl. aller Kosten 6.120 10.700
Anlagevermögen nach 10 Jahren
27.685 143.360

Änderungen im 20. Jahren

Nach weiteren 10 Jahren bekommen beide eine Gehaltserhöhung auf 38.000 Euro Netto. Die Miete wird um 10% erhöht. Alle anderen Werte inklusive Lebensunterhaltskosten bleiben unverändert.
Ab hier zählen folgende Werte:

Käufer/Eigentümer Mieter
Einkommen (netto) 38.000 38.000
Mietausgaben 0 14.520
Einkommen abzgl. aller Kosten 10.620 13.880
Geldanlage nach 20 Jahren 95.193 267.886

 

Vermögen nach 29. Jahren Laufzeit

nach 9 weiteren Jahren ist der Kredit für die Wohnung abbezahlt – schauen wir uns die beiden Parteien nach Ende dieser Laufzeit an.

Eigentümer Mieter
Immobilienwert 400.350 0
Geldanlage (abzg. Inflation und Steuern) 202.817 417.737
Vermögen 603.167
417.737

Beobachtung:

Szenario I kommt dem Wohnungseigentümer sehr entgegen, da man hier weder von einer Zinssteigerung nach Ende der Laufzeit ausgeht. Zudem hat der Mieter durch die Mieterhöhung von durchschnittliche 1% im Jahr das Nachsehen.

Szenario II – zusätzliche steigende Zinsen des Kredits

Nachdem wir von  steigenden Mieten und einer Gehaltserhöhung ausgegangen sind, schauen wir uns zusätzlich das Zinsniveau für Kredite an. Realistisch gesehen bleiben diese nicht auf dem aktuellen Niveau, sondern werden auch steigen.

Nach 10 Jahren gibt es eine Steigerung von 2 % auf  3%, nach 20 Jahren liegt diese Verzinsung dann bei 4 %. Diese Variable muss bei langen Tilgungszeiträumen unbedingt beachtet werden.
Im Vergleich zum ersten Szenario ist diese Betrachtung wesentlich realistischer.

Änderungen nach 10 Jahren

Nach 10 Jahren wird eine Folgefinanzierung zu einem Sollzins von 3 % genommen. Somit steigen die Zinskosten von 5720 Euro auf 8580 Euro, also eine 1%-ige Veränderung. Somit steht dem Eigentümer auch weniger für die Geldanlage bereit.
Ansonsten gehen wir von den gleichen Veränderungen wie aus Szenario I aus.

 

Käufer/Eigentümer Mieter
Einkommen (netto) 33.500 33.500
Mietausgabe 0 13.200
Einkommen abzgl. aller Kosten 3.260 10.700
Geldanlage (abzg. Inflation und Steuern) 27.685 143.360

Vergleichen wir das zur Verfügung stehende Einkommen abzüglich aller Kosten, sehen wir beim Wohnungseigentümer eine Reduzierung.

Änderungen nach 20 Jahren

nach weiteren 10 Jahren kommt es erneut zu einer Zinssteigerung um 1% auf nun 4 % Sollzinsen. Damit gehen die Zinskosten im Jahr von 8580 Euro auf 11400 Euro.

Käufer/Eigentümer Mieter
Einkommen (netto) 38.000 38.000
Mietausgabe 0 14.520
Einkommen abzgl. aller Kosten 4.940 13.880
Geldanlage 65.029 267.886

Aufgrund der Steigerung von 1% der Zinsen, sind nach 10 Jahren rund 30.000 Euro weniger als Geldanlage bzw. an  Liquidität vorhanden.

Vermögen nach 29. Jahren Laufzeit

Käufer/Eigentümer Mieter
Immobilienwert 400.350 0
Geldanlage (abzg. Inflation und Steuern) 136.540 417.737
Vermögen 536.890 417.737

Der Vergleich zu Szenario 1 zeigt nun bei einer Anpassung der Zinsen einen deutlichen Vermögensunterschied beim Wohnungseigentümer.

Szenario III –  mit Steigerung der Rendite bei der Geldanlage

Nächster Schritt ist hier eine Steigerung der Anlagezinsen. Unsere beiden Beispielpersonen sind kleine Finanzfüchse und holen eine jährliche Verzinsung von 5 % raus. Die Inflationsrate bleibt gleich, daher hat man mehr Gewinn.
Gleichzeitig werden wir die üblich Änderungen aus den vorherigen Szenarien ebenfalls berücksichtigen (Kreditzinssteigerung etc).

Vermögen nach 29. Jahren Laufzeit

Käufer/Eigentümer Mieter
Immobilienwert 400.350 0
Geldanlage (abzg. Inflation und Steuern) 146.245 533.149
Vermögen 546.595 533.149

Nun ist das Verhältnis fast ausgeglichen, wenn andere Geldanlageformen eine attraktive Rendite abwerfen.
Aufgrund der Wertsteigerung der Wohnung hat der Eigentümer immer noch die Nase vorn.

Szenario IV – Keine Wertsteigerung der Immobilien

Jetzt dürfte es schwierig für den Wohnungseigentümer werden, mit dem Mieter beim Vermögensaufbau mitzuhalten. Wir gehen hier nun von einer Stagnation des Immobilienwerts aus.

Je nach Kaufzeitraum, kann man auch zu einem Hoch gekauft haben. Danach schwächt dich Nachfrage ab, daher kann es sogar zu einem Wertverlust der Wohnung kommen. Dies Berücksichtigen wir hier nicht, sollte aber immer beim Immobilienkauf mit betrachtet werden.
Der theoretische Wert bleibt in der Realität nicht durchgehend konstant, kann nach einigen Aufs und Abs aber wieder seinen ursprünglichen Wert behalten haben.

Vermögen nach der Laufzeit

Käufer/Eigentümer Mieter
Immobilienwert 300.000 0
Geldanlage (abzg. Inflation und Steuern) 146.245 533.149
Vermögen 446.245 533.149

Szenario V – Mieter kauft auch eine Wohnung und vermietet diese

Was ist, wenn der Mieter sich ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt einen Kredit für eine Wohnung aufnimmt, die Wohnung aber weitervermietet und weiter zur Miete wohnt. Beide sind nun Immobilienbesitzer und profitieren von einer Wertsteigerung. Wer wird nun unter gleichen Bedinungen profitieren.

Beide haben die gleichen Instandhaltungskosten und den gleichen Sollzins.

Der Mieter in diesem Beispiel erzielt durch seine Vermietung 800 Euro als Kaltmiete im Monat zusätzlich dazu. Diese wird zu seinem Bruttoeinkommen hinzugerechnet. Zum Gehalt kommen daher Jahreseinnahmen von 9600 Euro hinzu.

Um für dieses Beispiel auf einen Nettobetrag von 30.000 Euro zu kommen, geht man von ca. 49.604 Brutto aus. Beim Mieter rechnen wir die 9600 Euro dazu. Damit werden alle Abgaben berücksichtigt.

Um die Übersicht zu behalten, hier eine kurze Ausgangssituation

Käufer/Eigentümer Mieter
Immobilienwert 300.000 300.000
Mietausgaben 0 12.000
Einkommen (netto) inkl. Mieteinnahmen 30.000 34.804
Einkommen abzgl. aller Kosten 2.620 1.620

Für den Mieter sieht es so aus, dass er ca. die Hälfte seiner Mietgewinne abgibt. Er hat die gleichen Ausgaben wie der andere Käufer, muss aber noch seine Miete von 1.000 bezahlen.

Soviel vor den Steuervorteilen für Vermieter.

Wichtig: Bei Weitervermietung der Wohnung kann der Kaufpreis gestaffelt von der Steuer abgeschrieben werden. Genau bei gewissen Abschreibungen liegt der Vorteil, die eigene Wohnung zu vermieten und selbst weiter zur Miete zu wohnen.
Ebenfalls Modernisierungsmaßnahmen können als Kosten geltend gemacht werden. Wer beispielsweise die Dämmung bzw. den Wohnkomfort durch dreischichtige Fenster verbessert, kann auch eine höhere Miete verlangen. Gleichzeitig sind die Aufwendungen solcher Umbauten zudem als Kosten absetzbar. So profitiert man von höheren Mieteinnahmen und einer Wertsteigerung der Immobilie.

In unserem Beispiel sollte durch die Abschreibungsvorteile das Nettoeinkommen höher sein, wodurch mehr übrigbleibt.
Mit dieser Erläuterung zu Kostenvorteilen und Abschreibungsmöglichkeiten belassen wir es bei diesem Szenario, da es sonst zu kompliziert wird.
Letztlich lohnt sich dieses Szenario als Mieter, da man den Kaufpreis durch steuerliche Vorteile wieder „zurückbekommt“. Das Mehr an Mieteinnahmen relativiert sich eher durch die Einkommenssteuer und die Sozialabgaben.

 

Fazit | kaufen oder mieten einer Wohnung

Wer sich zum Kauf einer Wohnung entscheidet, sollte sich genauer über die angesprochenen Punkte informieren.
Nicht nur die Finanzierung sollte gründlich durchleuchtet werden, man sollte sich auch Informationen über Lage, Bausubstanz und die zukünftige Entwicklung des jeweiligen Stadtteils einholen.
Wie beim Autokauf letztlich, ist das hinzuziehen eines Experten essentiell, um den richtigen Kauf zu tätigen.

Als Schlusswort sollte noch gesagt sein, dass man sich Zeit lassen sollte. Gute Angebote gibt es immer wieder, auf der anderen Seite wird man die idealen Umstände so gut wie nie vorfinden.

Bei richtiger Planung steht man meistens mit einer eigenen Wohnungen gegenüber dem Mietverhältnis da. Wie bei anderen Investitionen sollte man sich vorher gut über die Immobilie informieren, um unerwartete Kosten zu vermeiden.

Es gibt keine globale Antwort darauf, ob sich der Kauf einer eigenen Wohnung lohnt, oder das Wohnen zur Miete doch die bessere Alternative ist.

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